Rolf Tresch -
leidenschaftlicher
Klubchef und
Repräsentant

14.10.2022 08:00

Rolf Tresch - leidenschaftlicher Klubchef und Repräsentant

Der gebürtige Urner ist seit zwei Jahren Präsident des SC Cham, der seit 2015 Stammgast in der YAPEAL Promotion League ist. Als Funktionär sieht er die Möglichkeit, dem Fussball etwas zurückzugeben.

Seit 2015 ist der SC Cham Stammgast in der dritthöchsten Schweizer Liga - und seit zwei Jahren wird der Klub aus dem Kanton Zug von einem gebürtigen Urner geführt: Rolf Tresch heisst der Präsident. 49 ist er, Unternehmer und einer, der sich vor Herausforderungen nicht scheut. Tresch ist ein Macher, aber nicht ein Chef, der alles an sich reisst. Er sagt: «Es ist wichtig, gute Mitarbeitende zu haben. Das haben wir in Cham. Und sie verdienen mein Vertrauen.»

Tresch, ein entfernter Verwandter des ehemaligen Skirennfahrers Walter Tresch, wuchs in Altdorf auf und fing an, Fussball zu spielen. Als Jüngling schaffte er den Sprung in die erste Mannschaft, die damals in der 2. Liga beheimatet war. Schattdorf und Erstfeld waren seine weiteren Stationen, bevor er nach dem Studium aus dem Urnerland wegzog. Tresch träumte zwar den Traum einer Laufbahn als Profi wie so viele. Und er hatte auch ein Vorbild: René Botteron, Nationalspieler und in den Siebzigerjahren dreimal Meister mit dem FC Zürich. Aber Tresch realisierte, dass daraus nichts wird und setzte auf den Beruf. Was blieb, war seine Bewunderung für Botteron - und seine Verbundenheit mit dem FCZ.

Ein Jahr beim EHC Kloten

Nach der Ausbildung zum Bauingenieur arbeitete er in Zürich, 2007 führte ihn seine Reise nach Zug, wo er sesshaft wurde. Tresch wurde ein leidenschaftlicher Unternehmer und Vereinspräsident. 2009 stieg er beim FC Ägeri ein und leitete zehn Jahre die Geschicke. Danach wagte er sich in gleicher Position aufs Glatteis. Tresch präsidierte während einem Jahr den EHC Kloten, der sich temporär in die Zweitklassigkeit verabschiedet hatte.

Nach dem Abstecher kehrte Tresch zurück in den Fussball, wurde Beisitzer beim SC Cham, ehe er sich als Präsident zur Verfügung stellte. «Ich habe in meiner Jugend vom Fussball viel bekommen», sagt er, «darum war für mich immer klar: Wenn ich die Möglichkeit habe, etwas zurückzugeben, tue ich das.»

Die Zusage nie bereut

Dass er überhaupt zum SC Cham fand, hat vornehmlich mit zwei Leuten zu tun: Marcel Werder und Walter Riedweg, zwei markante Gesichter und treue Figuren bei den Zugern. Der frühere 1.-Liga-Fussballer Werder ist Sportchef und darüber hinaus noch vieles mehr; Walter Riedweg trägt zwar den Titel «Teammanager», aber auch er ist mehr - wie Werder einer der Chamer Botschafter. Das Duo überzeugte Tresch, beim SCC mitzumachen. Und der wiederum hat seine Zusage nie bereut.

Inzwischen ist der Verein neu aufgestellt. Da ist zum einen der strategische Vorstand, der sich mit Fragen beschäftigt wie: Wo soll der SC Cham in fünf, in zehn Jahren stehen? Welche Massnahmen sind nötig, um die gewünschten Fortschritte zu erzielen? Und da ist zum anderen die Geschäftsstelle, die sich um das operative Geschäft kümmert. Tresch trägt die Gesamtverantwortung und wähnt Cham auf einem guten Weg: «Wir sind insgesamt sehr gut unterwegs.» Dafür spricht, dass sich die 1. Mannschaft längst in der YAPEAL Promotion League etabliert hat und der Unterbau ideal ist: Die 2. Mannschaft spielt in der 2. Liga interregional, das 4. Team in der 3. Liga und das 3. Team in der 4. Liga. Das eröffnet die Perspektive, dass junge Fussballer nicht abwandern, sondern im Verein bleiben.

Natürlich stehen viele Ehrenamtliche im Einsatz, aber nicht nur. «Einige Bereiche, zu denen auch die Geschäftsstelle gehört, sind professionalisiert worden, aber das war unumgänglich», sagt Tresch. «Wir sind und bleiben weiterhin ein Verein mit familiärer Ausstrahlung - und haben gleichzeitig den Anspruch, uns auf sportlich hohem Niveau zu halten.»

Dickes Lob für die Mitarbeitenden

Es ist nicht so, dass er getrieben wird vom Ehrgeiz, den Sprung in die Challenge League zu schaffen. Tresch hat «die vordere Hälfte der Tabelle» im Visier, im Wissen, dass die Konkurrenz ziemlich gross ist. Für ihn ist das Fanionteam das Flaggschiff des SC Cham, aber Rolf Tresch fühlt sich in seiner Funktion allen Mitgliedern und Teams gegenüber in der Pflicht. Er taucht deshalb nicht nur bei Spielen der ersten Mannschaft auf, sondern lässt sich auch bei den Junioren oder Senioren oder Frauenteams blicken. Und er ist oft an Anlässen zu Besuch, an denen er den Klub vertritt. «Das Repräsentieren ist eine meiner wichtigen Aufgaben», sagt er, «in vielen anderen Bereichen sind Mitarbeitende tätig, die alles im Griff haben. Wir haben in Cham ein hervorragendes Team beisammen.»

Und welchen Traum hat er als Präsident? Er hat schöne Momente bereits erlebt, etwa das Cupspiel im August gegen «seinen» FC Zürich («natürlich hoffte in diesem Match auf eine Überraschung!» Aber Träume… Tresch überlegt. Und antwortet dann: «Ich möchte in ein paar Jahren den Klub in einem gesunden Zustand an meinen Nachfolger übergeben.» (pmb.)